Montag, 27. Januar 2014

Blue Sunday Groove – Stephanie Lottermoser im Bayerischen Hof



Er ist eine der wichtigen Adressen für Münchner Jazzfans: der Night Club im Bayerischen Hof. Viele der Konzerttermine stehen im Zeichen des Jazz. So auch der vergangene Sonntagabend als Teil der Konzertreihe „Blue Sunday“. Dabei präsentieren sich seit Sommer 2013 etwa alle zwei Monate junge Musiker und Dozenten des Jazzinstituts der Hochschule für Musik und Theater. Saxophonistin und Sängerin Stephanie Lottermoser zauberte in der „Groove Session“ zusammen mit ihren Co-Instrumentalisten an Keyboard, Bass und Schlagzeug eine variationsreiche Klangwolke in den Club. Ein großer Teil der Stücke und Arrangements stammen aus ihrer eigenen Feder. Stark rhythmusorientierte Kompositionen mit energiegeladenen Melodien wie „Chet“ und „Step Ahead“ wechselten sich mit zarten Balladen ab. Die Frontfrau wiederum wechselte zwischen Tenorsaxophon und Mikrofon. Bei einigen Stücken verstärkte Institutsleiter Prof. Claus Reichstaller das Ensemble versiert an der Trompete. Doch auch die Soli der Co-Instrumentalisten konnten sich hören lassen. Das Publikum ließ die Jazzer denn auch nicht ohne Zugabe von der Bühne. Einen Großteil ihrer musikalischen Arbeit macht Stephanie Lottermoser aber in einer anderen Besetzung. Mit ihrem Jazzensemble hat sie bislang die beiden Alben „Second Glance“ (2009) und „Good Soul“ (2013) veröffentlicht. Es lohnt sich für Jazzfreunde, sich den nächsten Blue Sunday vorzumerken – und einen Blick auf all die anderen Jazzabende im Night Club zu werfen. Der Eintritt zu vielen der Konzerte ist frei. So lassen sich auch die astronomischen Barpreise relativieren.

Sonntag, 19. Januar 2014

Klangkunst im Kegel – Start für den BMW Jazz Award 2014



Es wird wieder gejazzt im Doppelkegel am Münchner Olympiapark. Die diesjährige sechste Runde des BMW Jazz Award steht unter dem Leitmotiv „Sense of Humour“. Ziel des Wettbewerbs ist der „Kegel“ - eine der sechs beteiligten Bands darf ihn nach dem Finale am 03. Mai zusammen mit einem Preisgeld von 10.000 Euro nach Hause tragen. Der zweite Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Eine fünfköpfige Jury hat dieses Jahr Jazzbands aus den USA, Norwegen, den Niederlanden, Deutschland, Österreich und der Schweiz für den Wettbewerb ausgewählt. Sie wird daraus zwei Bands für das Finale und dort schließlich den Gewinner bestimmen. Das Publikum wählt derweil per Abstimmung seinen eigenen Preisträger. Der Publikums-Sieger gewinnt eine Einladung ins Schloss Elmau. Für Jazzfans lohnt sich allerdings sicher jede der Bands, die den BMW-Doppelkegel ab heute in jeweils zwei Sonntagsmatineen pro Monat zum Jazz-Klangraum machen. Der Eintritt zu den Auswahlkonzerten ist für die Besucher frei. Tickets für das Finale sind ab heute im Vorkverauf. Gut für das jazzgeneigte Ohr, dass der Posten „Unternehmenskommunikation“ des Autoherstellers sich unter anderem auf die Welt des Jazz bezieht.

Dienstag, 14. Januar 2014

Kleine Leseprobe aus dem Frauenroman "Querflüge"



Leseprobe, Kapitel 1:

(…)

Kaffeesatz taugte doch angeblich, um in die Zukunft zu sehen. Das würde gerade gut passen. Nur gab’s bei den modernen Zubereitungen schon lang keinen Kaffeesatz mehr. Aber es sollte doch eigentlich mit Kaffee auch gehen. Nora sah sich die dunkel glänzende Flüssigkeit an. Konnte sie in diesen Lichtspielen etwas über ihre Bestimmung erfahren? Müsste sie dazu nur eine bestimmte Kodierung kennen? Gab’s sowas in Mannheim, eine Kaffee-Zukunfts-Leserinnen-Ausbildung?
Vielleicht stand da gerade: „Dir steht Großes bevor“, oder noch besser: „Dir steht Großartiges bevor.“  Aber womöglich hieß es auch: „Sieht nicht gut aus für dich“, oder einfach: „Armes Schwein.“ Oder die Lichtpunkte sagten nichts. Nora stellte die Tasse wieder auf den Tisch. Es wäre so viel schöner, aus Lichtpunkten das Schicksal zu lesen als aus klebrigem Kaffeesatz. Die Zukunft, das große Unbekannte, oder vielleicht auch das große Bekannte. Mit einemmal hatte Nora Kopfschmerzen. Sie hatte sich wohl einmal mehr zu viele Gedanken gemacht. Sie sah sich im Lokal um.
Beim Eingang saß ein magerer weißhaariger Mann, vor der Nase eine aufgeschlagene Zeitung, auf dem Tisch eine Ansammlung von Espressotassen. Zwei Tische weiter diskutierten zwei Mittvierzigerinnen gerade irgendetwas Hochemotionales. Die Kellnerin, sportlich und brünett, schwirrte abwechselnd mit einem Jungen um die Zwanzig zwischen Kaffeemaschinen, Tresen und Tischen herum.
Ab und an huschten die beiden aneinander vorbei, lächelten, zwinkerten. Unwillkürlich fragte Nora sich, ob sie was miteinander hatten. Aber warum dachte sie über so etwas nach? Das war doch egal, und es ging sie auch gar nichts an. Gab es womöglich einen Grund, sich Gedanken über ihr eigenes Liebesleben zu machen? Welches Liebensleben überhaupt? Da war wohl schon der Grund. Schon wieder zu viele Gedanken. Seufzend ließ Nora ihren Blick zur anderen Seite des Lokals schweifen.
An einem der innenliegenden Tische hingen zwei Marketingspezialisten Ende Dreißig über ihren Notebooks. Bestimmt waren es die neuesten Geräte auf dem Markt, mit allem Firlefanz. Hektisch trippelten die Männer auf ihre Tastaturen. Wenn sie redeten, bestand das meiste davon in weitgehend unverständlichen Anglizismen oder Abkürzungen.
Am Tisch gleich neben Nora saßen eine Frau und ein Mann. Sie schienen seltsam alters- und trostlos in ihre Stühle gesunken, die Kaffeetassen fest umklammert. Es gab zwar nichts Graues an ihnen, doch sie wirkten trotzdem, als läge ein grauer Ascheschleier über ihnen. Nora schielte auf ihre Fußgelenke. Fast rechnete sie schon damit, dort eine ganz feine, graue Kette zu sehen, denn das war das Einzige, das in diesem eigenartigen Bild noch fehlte. Nora drehte ihr eigenes Fußgelenk. Waren da wohl alle Gefäße noch gut durchblutet, oder waren die etwa auch schon am Absterben?
Durch die weite Glasscheibe schaute Nora auf die Straße hinaus. Im Sonnenschein eilten Menschen aus Mannheim und Umgebung vorbei. Ab und an schwang einer die Glastür auf und sich selbst ins Café herein, um sich am Tresen von der Kellnerin einen Kaffee zum Mitnehmen in die Hand drücken zu lassen, der wahrscheinlich den Rest des Arbeitstages etwas erträglicher machen sollte. Nora trank einen großen Schluck ihrer eigenen Portion Schmerzmittel. Als sie sich gerade auf den Rückweg in die Agentur machen wollte, öffnete sich die Glastür erneut. Herein wetzte etwas offenbar energiegeladenes, großes Vierbeiniges.
Gute Güte, was war das denn, ein Kalb? Es zerrte an einer Leine einen Mann hinter sich her. Die Kräfte waren wohl ungleich verteilt, denn das vierbeinige Etwas stürmte unversehens auf Noras Tisch zu.
Aus der Nähe sah es schon mehr nach einer Dogge aus. Wer züchtete denn solche Hunde? Oh nein, der wollte sie doch wohl nicht beißen? Nora hatte überhaupt keine Lust, unter der Schlagzeile „Hund zerfleischt Frau in Café“ in der Regionalzeitung zu stehen. Vor Schreck streckte sie abwehrend beide Hände von sich. Mit der fahrigen Bewegung schubste sie ihre Tasse vom Tisch, die klirrend auf dem Boden zerschellte. Schon war der Hund dabei, den ausgelaufenen Rest ihres Kaffees zu schlabbern. Der Mann zerrte ihn schimpfend von den Scherben weg und hielt ihn am Halsband fest. Der Hund schnaubte, was wohl so etwas hieß wie „Spielverderber“. Nora atmete tief durch. Bestimmt ging ihr Puls doppelt so schnell wie sonst. Der Hund glubschte ihr ruhig entgegen. Jetzt sah auch der Mann sie an.
„Alles in Ordnung?“, fragte er.

(…)

Donnerstag, 9. Januar 2014

Leseprobe: Sommer am Ende der Welt - Eine Rundreise durch Neuseeland


(...)

Die Pancake Rocks nahe Punakaiki im Paparoa Nationalpark sind ein fester Halt auf dieser Strecke. In braunen und grauen Kalkstein geschliffene Felsformationen recken sich über dem Meer wie gestapelte Pfannkuchen. Wenn das Meer anbrandet, gibt es ein schäumendes Spektakel.












Pancake Rocks

Weiter südlich warten die Gletscher. Insgesamt sind etwa 40% des Mount Cook Nationalparks vergletschert. Reisende sammeln sich vor allem am 10 Kilometer langen Franz Josef Gletscher und am 13 Kilometer langen Fox Gletscher. Beide kann man sich bei geführten Touren aus der Nähe ansehen. Mit einem Heli-Hike besuche ich den Fox. Erstaunlich viele Passagiere verstauen sich in dem rot-weißen Fluggerät, das rotorenschwingend abhebt. Die Gletscherzunge strahlt weißblau zwischen den graugrünen Bergwänden, nur die unteren Ränder sind grau von Sand.














Anflug auf den Fox Glacier













Auf dem Gletscher

Als die Kufen des Helikopters auf dem Eis aufsetzen, erklärt unser Tourguide die Prozedur beim Aussteigen. Wir sollen bei seinem Rucksack warten, bis er uns von einem sicheren Platz aus ein Zeichen gibt. Das Ganze hat ein wenig die Atmosphäre eines Sondereinsatzkommandos. Es soll verhindern, dass Touristen vom Luftstrom der Rotoren weggeweht werden.
















Eisecken und Schneekanten

Los geht’s. Guide raus, er sucht einen sicheren Posten. Wir raus, wie eine Schar Lämmer um den Rucksack versammelt. Die Rotoren kreisen, werden langsamer. Endlich winkt unser guide, wir staksen ausgerüstet mit Steigeisen und Stöcken über die Gletscherzunge los.






















Eisspalte

Die Schneehügel türmen sich wellenförmig den Berg hinauf. In der Eismasse leuchten blaue Spalten und Höhlen. Glasklare Rinnsale bahnen sich durch den Schnee. Wir geben uns alle Mühe, Gehstock und Kamera gleichzeitig im Anschlag zu behalten.
Weiter geht’s Richtung Süden. Queenstown am Lake Wakatipu sieht auf den ersten Blick recht malerisch aus. Helle Häuser verteilen sich zwischen allerhand Grünzeug auf den Hügeln. Auf dem Wasser schippert ab und zu ein Boot vorbei. Auf den zweiten Blick entpuppt sich der Ort mit 9.500 Einwohnern aber als wahre Spaßstadt. Fallschirmspringen und Riverrafting sind nur einige der angebotenen Sportarten für den Adrenalinkick. Die Brücke über dem Karawau River, von der sich im Minutentakt Mutwillige in die Tiefe stürzen, gilt als Ursprungsort des Bungee Jumping.
Umso malerischer gibt sich allerdings der nahegelegene Milford Sound, den ich mit dem Schiff erkunde. Genau genommen handelt es sich um einen Fjord, der sich über 15 Kilometer zwischen aufragenden Felswänden bis in die Tasmanische See erstreckt. Der höchste Berg ist mit 1.692 der Mitre Peak. Ab und zu sprudelt ein Wasserfall aus den Felswänden. Als sich unser Schiff dem Meer nähert, lassen sich auf den ufernahen Felsen Seehunde beim Sonnenbad sehen.

(...)

Mittwoch, 1. Januar 2014

„Querflüge“ – Liebesroman für Querdenkerinnen und Romantikerinnen



Neues Jahr, neuer Roman: Hier ein Liebesroman für Querdenkerinnen und Romantikerinnen, als Taschenbuch und E-Book für Amazon Kindle.

Taschenbuch, Amazon Create Space, 264 Seiten, ISBN: 978-1494839734, bestellbar für €8,67:

E-Book, Amazon KDP, ASIN: B00HM4NR84, bestellbar für €2,99: 

Klappentext:
Nora führt ein schnurgerades Leben. Sie wohnt mit ihrem Freund Patrick zusammen in ihrer Heimatstadt und arbeitet in einer Werbeagentur. Familie, Freunde und Kollegen sind zufrieden. Der weitere Lauf der Dinge liegt auf der Hand. Denken sie. Denkt Nora auch. Irgendwie. Doch dann beschert ihr ein Missgeschick eine unerwartete Begegnung mit dem charmanten Sportcoach Lucas. In kurzer Zeit steht Noras Leben auf dem Kopf. Während sich noch alle verwundert die Augen reiben, segelt sie aus ihrem banalen Alltag in eine Welt der rosa Wolken und des plötzlich greifbaren Glücks. Doch Nora stellt bald fest, dass mit Lucas so einiges ganz anders läuft als erwartet. Und sie steht immer öfter vor der Frage: Wie geht es weiter – rosa Himmel oder Wolkenbruch?